Windkraft - Wildwuchs Präambel

Wir sind dafür, daß Windkraftanlagen einen angemessenen Teil unserer Energieversorgung sicherstellen, aber nur im Rahmen einer überregionalen, sorgfältigen Planung !

Dieser Blog soll allen, die dem Windkraft - Wildwuchs kritisch gegenüberstehen, ein Forum bieten.

Als Anfang stelle ich hier einige Leserbriefe und Artikel ein, die von dieser lokalen Situation ausgehen.

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Donnerstag, 13. Oktober 2011

Aus der Fränkischen Landeszeitung, vom 06.03.11




Abgetippt zur besseren Lesbarkeit

"Die Gemeinde Wilhelmsdorf wehrt sich gegen die Rodungsvorwürfe eines benachbarten Waldeigentümers zum Wildbau ( 06.03.11)

Nur alte Fichten und zwei Laubbäume gefällt.

Zwischenmenschliches Problem - Bekenntnis für erneuerbare Energien - Musterbeispiel Hagenbüchach vor der Haustüre

Wilhelmsdorf (ad/pm) - Die Gemeinde Wilhelmsdorf wehrt sich gegen die Behauptungen, die der Waldeigentümer Fürst von Werniegerode aus dem Harz über seinen Förster Daniel Franz in der Öffentlichkeit brachte. (Wir berichteten am Mittwoch). Bürgermeister Werner Friedrich und sein Stellvertreter Peter Müller gaben dazu Stellungnahmen ab. In die Wege geleitet hatte der ehemalige Gemeinderat Dr. Martin Seibold (2002 bis 2008) den für Unfrieden sorgenden Artikel.

Der Hauptvorwurf, die Gemeinde zerstöre wertvolle Biotopbäume, wird aufs Entschiedenste zurückgewiesen: Das hiesige Forstamt selbst habe die als Beispiel herrangezogene Eiche aus sicherheitsgründen zum Fällen gerodet.
Die 6500 Quadratmeter gerodete Fläche wird an anderer Stelle wieder aufgeforstet, und zwar "mit wertvolleren Bäumen", erklährte der Wilhelmsdorfer Rathauschef. Vor allem, ergänzte Peter Müller, stelle die Kiefer den Bestand zu 99 % dar und sei dort die geringwertigste Baumart. Rund 80 jahre alt seien diese Bestände, und laut dem Eigentümer - der evangelischen Landeskirche - aus forstwirtschaftlichen Gründen sowieso kurz vor der Fällung gestanden.
"Lediglich zwei Laubbäume waren von der Rodung betroffen", heißt es in der Erklährung.
Besonders brachten derartige Vorwürfe die beiden Bürgermeister auf die Palme, da der Fürst im Bereich Tanzenhaid, in Wilhelmsdorf, Gerhardshofen und Emskirchen "alles andere als vorbildlich vorgeht" "Wenn es ein profitables Vorgehen gibt, dann ist das das beste Beispiel", sagte Werner Friedrich zur Bewirtschaftung des Fürstenwalds. Mehrfach wurde an die Redaktion von Befürwortern der Windkrafträder herrangetragen, dass hier vielmehr der Wald ausgebeutet werde - sogar mit sogar mit osteuropäischen Schwarzbeerpflückern. Dabei liege der Waldbereich des Fürsten noch im Landschaftsschutzgebiet. "Von Nistmöglichkeiten ist im Fürstlichem Privatwald weit und breit auch nichts zu sehen", betonte Müller.
Friedrich machte gegenüber unserer Zeitung darauf aufmerksam, dass ein Drittel der Waldfläche für die zwei Windräder bei Ebersbach der Kirche gehören, ein Drittel der Gemeinde und ein Drittel sei in privatem Eigentum. Alle drei Eigentümer, vor allem aber die Kirche, haben sich für die nachhaltigen Energien ausgesprochen. Einen Wiederspruch sah Friedrich hier in der Position des ehemaligen Gemeinderats Dr. Martin Seibold. Dessen "grundsätzlich rückwärts gewandte, für die CSU nach außen hin nicht tragbaren Auffassungen" seien auch dafür Ausschlag gebend gewesen, dass Dr. Seibold 2008 nicht mehr von der Partei aufgestellt wurde. Das habe sich zu einem zwischenmenschlichem Problem entwickelt. Die CSU kennzeichne aber eine Zukunftsorientierung, erklärte Friedrich. "Windkraft ist nach derzeitigem Stand der Technikdie wohl effizienteste Methode, um Kohlendioxid zu reduzieren und fossile Brennstoffe zu schonen", lautete das Bekenntnis. "wenn wir wegwollen von der Atomkraft und sehen, dass nur acht Prozent in Deutschland aus erneuerbaren Energien gedeckt werden, und es wie zurzeit Probleme mit den Ölstaaten gibt, dann muss man erkennen: Es ist höchste Zeit, aus erneuerbaren Quellen Energie zu gewinnen", sagte der Bürgermeister.
Eine Art Schmunzeln entlockte dem Wilhelmsdorfer Gemeindeoberhaupt die Frage, ob die Windkraft nicht ein profitables Geschäft für die Betreiber sei und zu viel Wald geopfert werde. Ausgerechnet der langjährige Förster Erwin Käßner habe Friedrich die Vorteile dieses Standorts klargemacht - mit allen Wägbarkeiten. Von der Gewerbesteuer bleibe für die Gemeinde letztlich nur rund 30 bis 40 Prozent im Säckel. Die Gemeinde ist mit 20 000 Euro am Projekt beteiligt. Wesentlich seien die 120 Gesellschafter, die an der Windkraft beteiligt seien mit einem Zinssatz von sechs Prozent. Sollten einige durch die Behauptung des Fürstenförsters - wie sie angekündigt hätten - zurücktreten und die Gesellschaft würde dadurch Schaden erleiden, sei man im Bereich des materiellen Schadens und behalte sich juristische Schritte vor. "Wir werden diese Möglichkeit prüfen", so Friedrich.
Projektleiter Marcus Dornauer, der für die beiden Windräder Technik und Betrieb managt und dann die Geschäftsführung übernehmen wird, sei von Bürgermeister und Rat gezielt für die Sache ausgewählt worden.
"Er setzt sich nachhaltig für den Naturschutz ein und tut es aus Idealismus. Dornauer könnte sich das leben auch einfacher machen" betonte der Bürgermeister. Denn dieses projekt mache eine Menge Arbeit. Das "Musterbeispiel", wie Windräder auf den Weg gebracht wurden, habe man "vor der Haustüre"; in Hagenbüchach. Sie seien ebenso Dornauers Arbeit zu verdanken. Peter Müller sieht in Dr. Seibolds Äußerungen "offensichtlich unreflektierte Einzelmeinungen und Unwahrheiten widergegeben".
"

In eigener Sache, und als Reaktion auf den Artikel, gibt das Team von Windkraft Wildwuchs bekannt:

Wir finden alle Bäume toll, Fichten, Kiefern, Eichen, alle sehr schön und gleich wertvoll.

Als Grund dafür hier ein Paar Fotos.



Mittwoch, 12. Oktober 2011

Artenschutz im Steigerwald und neue Windräder

Link zum Artikel
Anscheinend gehen auch hier die Planungen für neue Windräder los.

Die Lektüre des Artikels wird empfohlen. Für die Ungeduldigen jedoch ein Paar Zitate:

"Die Gemeinde Litzendorf ( Lks Bbg. ) - Ofr- wünscht eine vorzeitige Genehmigung von drei Standorten für Bürgerwindräder im Landschaftsschutzgebiet oberhalb von Tiefenellern. Sollten dort allerdings vom Aussterben bedrohte Tiere entdeckt werden, hätte das Projekt wohl keine Chance."

"Dem Gemeinderat dauert es zu lange, bis der neue Regionalplan für die Planungsregion Oberfranken-West vorgelegt wird"

"Das Problem: Die drei vorgesehenen Standorte liegen im Landschaftsschutzgebiet „Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst“, wenn auch außerhalb des FFH-Gebietes"

"Für Klemens Wölfel von der SPD stellte sich gleichwohl die Frage, warum man keine anderen, verträglicheren Standorte gefunden habe"

"Marcus Dornauer und Reinhold Zeitlinger von der Geschäftsleitung der Bürgerwindpark GmbH sehen durchaus Erfolgschancen und empfahlen der Gemeinde, das Signal zu senden, dass Litzendorf schon weitergekommen sei in Richtung neuer Windkraftwerke. So seien bereits alle infrage kommenden Grundbesitzer mit im Boot. „Das ist einmalig“, sagte Dornauer. "

"Seinen Informationen zufolge ist in der Umweltpolitik Bayerns ein Wandel eingetreten. Landschaftsschutzgebiete sollen demnach kein Ausschlusskriterium mehr sein, sondern für Standorte neuer Windkraftanlagen bevorzugt werden. Dornauer rechnet auch nicht mit Problemen aus dem Artenschutz. „Wenn allerdings die Kleine Hufeisennase in dem Standortbereich angetroffen wird, ist es um das Projekt geschehen“, machte er deutlich. "

"Letztlich mochten sich nur die Gemeinderäte Richard Grasser (CWV) und Heinrich Heß (CSU) dem Vorstoß der Gemeinde nicht anschließen. Grasser fürchtet aus der Aufstellung der Windräder eine Verunstaltung der Landschaft. "


Das Team von Windkraft Wildwuchs bangt mit, und hofft dass die kleine Hufeisennase unbeschadet bleibt.

Kleine Hufeisennase auf Wikipedia

Wie gewinnt man Investoren für Bürgerräder?

Die wenigsten von uns können sich dies vorstellen, da wir selten in diese Position kommen.

Beermann Energiesysteme war jedoch so freundlich, einen Ihrer Prospekte ins Internet zu stellen, in dem wir einige alte "Bekannte" vorfinden, die diesem Projekt ihre Stimme geliehen haben.

Klick mich, ich bin ein Link zum PDF-Dokument

Leserbrief zur FAZ, der es leider nicht mehr in die Ausgabe schaffte

Ein weiterer Leserbrief, der es leider nicht mehr in die Veröffentlichung schaffte, dem Windkraft Wildwuchs Team jedoch dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt wurde.



"Sehr geehrte Damen und Herren,

anbei mein Leserbrief für die nächstmögliche Ausgabe, den ich gerne als Kommentar zu den Leserbriefen 26./27.02.11 Herr Seibold / Herrn Dornauer veröffentlicht gesehen hätte.

Mit freundlichen Grüßen


(Name dem Windkraft Wildwuchs Team bekannt)



Am 26.02.11 erscheint ein kritischer Leserbrief von Herrn Seibold, Exbürgermeister aus Wilhelmnsdorf- in derselben Ausgabe (!!) erhält der Betreiber Dornauer
gleich nebenan einen passenden Platz zur Gegendarstellung.
Am Montag 21.02. tagt der überregionale Planungsausschuss (Windkraft) in Ansbach, kurz zuvor erscheint ein langer Artikel in dem Bürgermeister Henninger, Flachslanden und Herr Dornauer(s.o.) für die Öffnung der Landschaftsschutzgebiete für Windkraftanlagen plädieren.

Am Mittwoch, 23.02.11, nach erfolgter mehr als 48-Stunden-Dauerrodung der entsprechenden Waldstücke in Wilhelmsdorf ein großer Artikel mit Bild auf dem
Herr Dornauer und Bürgermeister Frierich auf abgeholzten Waldstücken posieren (Großwildjäger??).

Die Bürger, die Einspruch erhoben hatten, erhielten die Kopie der Rodungsgenehmigung am Dienstag 22.02. (Datum 15.02., Postausgangsstempel LA/ NEA
21.02.....)

Wo bleibt ein Artikel der FLZ, der sich kritisch (!!) mit diesen Vorgängen auseinandersetzt ???
Demokratie- so lernen unsere Kinder in der Schule - funktioniert nur mit einer freien Presse.
Ist eine kritische Auseinandersetzung nur noch in der Leserbriefecke möglich??

Dienstag, 11. Oktober 2011

FLZ, pmw, Artikel vom 08.11.10




Aus der FLZ vom 08.11.10, ein Blick in die Vergangenheit
Abgetippt damit der Artikel leichter zu lesen ist

Gemeinderäte in Wilhelmsdorf machen sich Entscheidung nicht leicht - "Beitrag zum Klimaschutz"

Einstimmig für Windräder im "Bettelhütlein"

Fast 180 Unterschriften aus Hohholz - FFW bekommt Wärmebildkamera für 15 000 Euro

Wilhelmsdorf (pmw) - Mit den auf Gemeindegebiet im "Bettelhüttlein" geplanten beiden Windkraftanlagen macht es sich die Gemeinde nicht einfach: "wir sind sehr um Einvernehmen bemüht, und behandeln alle Einwände ausgesprochen ernsthaft, bitten aber gleichzeitig um Verständnis dafür, dass nach unserer Auffassung die möglichen Beeinträchtigungen im Bereich des Zumutbaren liegen", so Bürgermeister Werner Friedrich bei der letzten Gemeinderatssitzung.

Es ging dabei auch um die fast 180 Unterschriften; überwiegend von Bürgerinnen und Bürgern aus Hohholz (Gemeinde Emskirchen) gegen die Planung. Behandelt wurde ferner die Anregung der Träger öffentlicher Belange. Demnach liegen nach Angaben von Thomas Rosemann vom Planungsbüro des und Projektmanager Marcus Dornauer die zu erwartenden Emissionen durch Lärm und Schattenwurf deutlich unter den Richtwerten. Da sich der Standort in einem Waldgebiet befindet, sind für die notwendigen Zufahrten Wiederaufforstungen geplant, die nach Ansicht von marcus Dornauer aus forstwirtschaftlicher Sicht "sogar eine Aufwertung" bedeuten.
Friedrich: "wir gehen davon aus, dass die geplanten Anlagen Genehmigungsfähig sind." Dass der Gemeinderat es sich tatsächlich nicht leicht gemacht hat, wurde bei Wortmeldungen von Ratsmitgliedern deutlich. Nach anfänglicher Skepsis hätten sie sich nun doch zur Zustimmung durchgerungen, weil "Es einfach auch vor Ort unsere Pflicht ist, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten". Insofern müsse man abwägen und habe sich dabei für die Windkraftanlagen entschieden, die auch einen Schritt in ein Stück Unabhängigkeit bei der Energieversorgung bedeuten würden.
Die Beschlüsse zur Änderung des Flächennutzungsplanes und zum Erlass einer Abstandsflächensatzung wurden einstimmig getroffen, für Friedrich Werner der richtige Weg.
Verantwortliches Handeln beinhalte für das Gemeindeoberhaupt auch, für die Feuerwehr wunschgemäß eine Wärmebildkamera für etwa 15 000 Euro anzuschaffen. "Hier geht es um gesicherten und um schnellstmöglichsten Zugang zu Gefahrenherden und um schnellstmöglichste Rettung eingeschlossener Personen".Übereinstimmend waren die Gemeinderäte der Auffassung, dass es für die Feuerwehrleute, die sich freiwillig für andere einsetzen, den bestmöglichen Schutrz und die bestmögliche Ausrüstung geben müsse.

Montag, 10. Oktober 2011

Fränkischen Landes Zeitung vom 24. März 2011


Übertragener Text der Fränkischen Landes Zeitung vom 24. März 2011, zur besseren Lesbarkeit:

Bürgerversammlung mit einem Frage-Antwort-Spiel

Windstille im vollem Saal

Am Ende Applaus für Marcus Dornauer und den Rathauschef

Wilhelmsdorf (ad) - Sitzfleisch brachten die Wilhelmsdorfer zu ihrer Bürgerversammlung mit. Erst nach drei Stunden, um 22 Uhr, wurde die Bürgerredezeit eröffnet, kritisierte der der ehemalige GemeinderatDR. Martin Seibold. "Dein Vater (der Altbürgermeister, d. Red.) hat bis halb zwölf geredet", rief Gemeinderat Peter Blaufelder in den voll besetzten Saal hinein. Später entpuppte sich die Bürgersprechzeit als ein Frage-und-Antwort-Spiel zwischen Seibold und dem Bürgermeister. Sonstige Anfragen gab es kaum.

Umfangreich - von 19. bis 21 Uhr - hatte Bürgermeister Werner Friedrich zuvor über den gemeindschaftlichen haushalt, insbesondere über den Schuldenstand, informiert und ließ die Maßnahmen des vergangenen Jahres in der Hugenottengemeinde Revue passieren, insbesondere informierte er auch über die baugebiete.
Wichtig war Werner Friedrich das Thema erneuerbare Energien. Denn die versorgung sicherzustellen, möglichst mit heimischer Energie, unabhängig von Lieferanten und zu einem vertretbarem Preis - dies sei in Zukunft zu meistern. Der Verantwortung müsse sich jeder und jede stellen, die Gemeinde Wilhelmsdorf habe sich für diesen Weg klar entschieden.
Einen kurzen Weg ebnete er damit dem nachfolgendem Redner Marcus Dornauer, der gegen 21 Uhr ans Mikrofon treten sollte. Mit den Worten "Jetzt wird's erst interessant", kommentierte so manch einer im Saal den mit Spannung erwarteten Vortrag des von der Gemeinde beauftragten Planers der beiden Windkraftwerke bei Tanzenhaid und Oberalbach.
Dornauer machte den Zuhörerinnen und Zuhörern im Saal klar, dass sein Engagement nach 15 Jahren Tätigkeit im Bund naturschutz auf der Erkenntnis fußt, Ökologie und Ökonomie in Einklang zu bringen. Er sehe keinen anderen Weg für die Zukunft und und stellte die Energiebevorratung in einen längerfristigen Zusammenhang mit Blick auf die Erdgeschichte. Diese Entwicklung mahne, mit dem über Millionen von jahren entstandenen Ressourcen verantwortlich umzugehen.
Bei den beiden geplanten Windkrafträdern werde mit dem geringstmöglichstem Flächenverbrauch von rund 1,5 Hektar Wald - davon die Hälfte Holzung, die andere Hälfte Rodung - die größtmöglichste Menge an Energie erzielt - weder Biogas noch Photovoltaik könnten hier mithalten.
Das gesammte Planungsgebiet erstrecke sich über die Fläche von 8,7 Hektar. Was Dornauer besonders wichtig war: Es handele sich um Bürgerwindräder, wobei auch die Gemeinde ihren Anteil daran hat neben rund 100 Anteilseignern. Kein anderer Konzern steigt hier mit ein. In diesem Zusammenhang freute sich Dornauer, dass die Wertschöpfung gänzlich in Wilhelmsdorf bleibt, und bedauerte mit Blick auf die ersten Bürgerwindräder im Landkreis in Unterschweinach: "Leider war das in Neustadt nicht so." Hier sei ein Münchner Architekt eingeschaltet worden, der 30 Prozent einer Investition mit in die Landeshauptstadt genommen habe.
Aufgrund der Erfahrung aus Hagenbüchach mit den dortigen Bürgerwindrädern hatte die Gemeinde Wilhelmsdorf Marcus Dornauer engagiert und in zweieinhalb jahren das Projekt auf den Weg gebracht. Ein Teil der Windräder-Fläche davon gehörte der Gemeinde Wilhelmsdorf, die andere im Wesentlichen einer Familie.
Bis ins kleinste Detail führte Dornauer den Planungsweg und die rechtlichen Vorschriften vor Augen - von Lärm und Schattenwurf, vom Abstand zur Wohnbebauung - die Werte für die Windräder in Tanzenhaid und Oberalbach seien besser als die Norm - und von der Tatsache, dass die Gemeinde für diese Gebiete selbst die Flächen für Windkkraft ausgewiesen hat.
Der Planer und spätere Geschäftsführer hob auch hervor, dass es sich bei der Windkraft Windkraft in der Gegend längst nich mehr um eine Kleinigkeit handelt. Für die Wilhelmsdorfer stehe am Ende ein Preis von 9,5 Cent pro Killowattstunde - im Gegensatz zu 20 Cent, wie sie derzeit auf der "normalen" Stromrechnung stünden.
Mit der Bürgerwindanlage sieht er die Stärkung des ländlichen Raums verwirklicht. Auch einen Vergleich mit der Windenergie vom Meer zog Dornauer: Der Strom vom Meer sei teurer zu produzieren als der vom Land. "Vor fünf Jahren habe ich mir auch nicht vorstellen können, im Wald Windräder zu bauen", betonte Marcus Dornauer. Jedoch handle es sich beim betroffenem Waldgebiet um einen Artbestand, der keine 200 Jahre alt ist und obendrein um eine Monokultur. "In Dettendorf und in Guttenstetten" habe ich die Gegner vermisst, meinte er. Denn auch hier stehen Anlagen im Wald.
Als die Bürger zu Wort kamen, meldete sich sofort Dr. Martin Seibold. Er verwies darauf, dass Bürger in den umliegenden Dörfern sich gegen die Windräder ausgesprochen hatten.
zwar sei er selbst Windkraftbefürworter, jedoch werde in dieser Gegend Natur zerstört. Besser seien Standorte neben der Autobahn. Dass die Flächen für Windräder nicht im Regionalplan enthalten seien, verwundere ihn.
Seibolds Kritik reichte von den nicht öffentlichen Sitzungen bis zu den "schattenkonten" über Baugebietsangelegenheiten und Schulden der Gemeinde - um diese zu begleichen, werde Wald verkauft und ebenso sei das Bauhofgelände verkauft worden. Nun wolle die gemeinde sogar das alte Rathaus verkaufen. "Und morgen verkaufen wir die Kirche, dann brauchst du hier nicht mehr zu predigen", echote Gemeinderat Peter Blaufelder.
Bürgermeister Werner Friedrich, der sich "nicht auf dieses Niveau" begeben wollte, sagte mit lauter Stimme, dass bei sämtlichen Maßnahmen Handlungsbedarf bestanden habe und verwies auf die Pflicht zur Diskretion des Gemeinderates. Selbige vermisse er bei Seibold. Auf dessen Frage, weshalb seit fünf Jahren nichts am Friedhof gemacht wurde, entgegnete Gemeinderat Werner Wortlieb "Es ist 20 Jahre nichts am Friedhof gemacht worden" "Wir sind d'accord im Gemeinderat, einer wird mit Sicherheit nicht vermisst", schloss Friedrich.

Bezüglich der Windkraft gab es wenige Nachfragen. Rüdiger Probst, dessen Familie einen Teil des Waldes hergab, meinte unter Kopfnicken vieler Personen im Saal, dass der Förster von Tanzenhaid sich erst einmal die eigenen Holzschläge zu Gemüte führen solle, bevor er andere schlechtmache. Die emotionale Stimmungsmache bedauere er sehr. Das werfe kein gutes Licht auf Wilhelmsdorf.
Ein anderer Bürger wollte von Marcus Dornauer wissen, wie lange die Windräder halten. Das Einspeisegesetz beziehe sich auf 20 jahre, die technische Lebensdauer auf 30 Jahre, antwortete er. Auch die Entsorgung sei bereits in der Planung inbegriffen. Jedoch prognostizierte Dornauer in Bezug auf die in der Anlage enthaltenen Rohstoffe und und deren zu erwartende Knappheit: "Jeder Rückbauer reißt uns das Ding aus den Händen." danach schienen die Wogen geglättet, und Windstille herrschte im Saal.
In den Haushaltsausführungen hatte Bürgermeister Friedrich betont, dass der Verwaltungshaushalt über die letzten Jahre stets etwa 1,8 Millionen Euro ausgewiesen hatte. Eine zuführung aus dem vermügenshaushalt sei heuer nicht notwendig. Knapp die Hälfte der Kommunen in Bayern würde dieses gesetzlich vorgeschriebene Ziel nicht erreichen. 30 Prozent aus dem Vermögenshaushalt fallen für Umlagen an; die Eigenkapitalquote des jüngsten Etats liegt bei über 60 Prozent.
Für seine Ausführungen hatte auch Werner friedrich lang anhaltenden Applaus von den Bürgerinnen und Bürgern erhalten.